Achtung auf der Autobahn: Falsche Polizeibeamte unterwegs

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Symbolfoto; © Picture-Factory/Fotolia.com

Langgöns/Friedrichsdorf: Auf der A45 fuhr am Samstag gegen 12.50 Uhr ein Serbe mit seinem Gespann in südliche Richtung. Neben ihm erschien plötzlich ein beiger Renault, dessen Beifahrer ihm durch Gestikulieren Zeichen zum Anhalten gab. Da der Beifahrer auf seinem Ärmel ein Symbol ähnlich eines Bundesadlers trug und auf dieses auch zeigte, nahm der Serbe an, dass es sich um eine zivile Kontrolle der Polizei handelte. Am Parkplatz Hardt verließ er die Autobahn, um den Weisungen der vermeintlichen Polizeibeamten nachzukommen und sich der Kontrolle zu stellen. Bei dieser nahm einer der falschen Polizeibeamten schließlich eine Stofftasche aus dem Auto des Angehaltenen an sich und durchwühlte diese. In der Tasche befand sich auch die Geldbörse des Mannes. Bei dieser Gelegenheit entwendete der vermeintliche Polizist Bargeld in Höhe von 1000 Euro. Als er an der Richtigkeit der Maßnahme zweifelte und dies auch äußerte ließen die beiden Kontrolleure von ihm ab und forderten ihn zur Weiterfahrt auf. Den Verlust seiner Barschaft stellte Betrogene erst nach der Kontrolle fest.

2000 Euro Urlaubskasse weg

Zu einer weiteren Kontrolle durch angebliche Polizeibeamte kam es ebenfalls am Samstag gegen 13.20 Uhr. Drei Polen befanden sich auf ihrem Weg über die A5 in Richtung Süden. Es handelte sich um einen jungen Mann und seine Eltern auf den Weg in den Urlaub nach Südeuropa. Aus einer hellgrünen Limousine heraus zeigte man ihnen eine Art Ausweis und gab Anhaltezeichen. Im Glauben, es handele sich auch hier um eine Zivilstreife der Polizei, folgten die Polen der Limousine auf den Parkplatz „Spießwald“ zwischen den Anschlussstellen Friedberg und Bad Homburg. Die beiden Zivilisten, die an das polnische Fahrzeug herantraten, gaben sich als Polizeibeamte aus. Sie sprachen zunächst deutsch und schließlich englisch. Sie seien auf der Suche nach Drogen. Während des Gesprächs öffnete einer der angeblichen Gesetzeshüter den Kofferraum. Außerdem forderten die beiden die polnischen Urlauber dazu auf, ihre Geldbörsen auszuhändigen. Verdacht schöpften die polnischen Reisenden, als die Kontrolleure Bargeld aus den Börsen entnahmen. Allerdings war es da bereits zu spät. Die Gauner hatten, wonach sie suchten und verschwanden über die A5 in Richtung Frankfurt. Die Urlaubskasse im Wert von knapp 2000 Euro war perdu.

Polizei kennt die Mache

Bei dem Vorgehen der Betrüger handelt es sich um keine neue Masche. Bereits 11 Fälle solcher falscher Polizeibeamter auf Autobahnen sind beim Polizeipräsidium Mittelhessen bislang registriert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen. Immer handelt es sich um ausländische Opfer. Immer wird der Anschein erweckt, dass es sich um eine Kontrolle durch zivile Polizeibeamte handelt. Dabei gibt es bislang keine Hinweise auf ein immer gleiches Tatfahrzeug. Die Autos der Betrüger unterscheiden sich jeweils in Farbe und Typ, verfügen aber alle über ausländische Kennzeichen. Die Polizei möchte über die Vorgehensweise informieren und appelliert an die Bevölkerung: Seien sie aufmerksam auf Autobahnen und Rastplätzen.

Auffälliges verhalten der Polizei Mitteilen

Melden sie Kontrollen von ausländischen Fahrzeugen, die ihnen seltsam vorkommen, sofort der Polizei. Durch zeitnahe Mitteilungen besteht die Möglichkeit, die Straftäter noch anzutreffen und festzunehmen, bevor sie sich einem Zugriff entziehen können.

Hinweise bitte an die Polizeiautobahnstation in Butzbach unter der Rufnummer 06033 – 7043 5010.

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