Sicherstellung in letzter Minute – Warenkreditbetrug gestoppt

Symbolfoto; © Blaulicht-Giessen



Friedberg (ots) – Rosbach: In Kempten erstattete eine Technik-Firma am Mittwochmittag Anzeige wegen eines Warenkreditbetruges – die Spur führte in die Wetterau, wo wortwörtlich in letzter Minute die avisierte Beute sichergestellt werden konnte.

Es ist 13 Uhr als die Polizei aus Kempten sich bei den Ermittlern des Betrugskommissariates bei der Polizei in Friedberg meldet. Gerade erstattet dort eine Firma Anzeige, weil sie den Verdacht hat, dass ein Betrüger bei ihnen Waren im Wert von über 21.000 Euro bestellt hat. Ein – wie sich später herausstellt – nicht real existierender Angestellter einer Universität bestellte diese und die Technik-Firma lieferte sie zunächst in guten Glauben aus, an einen angemieteten Container zu einem Unternehmen in Rosbach. Als eine weitere Bestellung des Uni-Angestellten über Waren von rund 44.000 Euro eingeht, kommen der Firma Zweifel an der Richtigkeit. Sie fragen bei der Universität nach und erhalten dort die Auskunft, dass es weder den Angestellten noch die Bestellung gäbe. Daraufhin erstattet die Firma aus Kempten Anzeige und stoppt die zweite Bestellung. Die erste ist jedoch bereits unterwegs.

Da als Zustellungstermin für die erste Bestellung in Rosbach der Mittwoch angegeben ist, muss nun alles ganz schnell gehen. Die Polizisten ermitteln den Versandweg, nehmen Kontakt zur zuständigen Staatsanwaltschaft auf und suchen die Lieferadresse in Rosbach auf. Als sie gegen 14 Uhr dort eintreffen, fährt auch gerade ein Lieferwagen vor. Der Fahrer einer Logistikfirma interessiert sich für den gleichen Container, wie die Beamten. Er möchte die gelieferten Elektronik-Waren abholen, hat den Auftrag sie ins Logistikzentrum zu bringen, von wo aus sie nach England versandt werden sollen. Den weiteren Lieferweg unterbrechen die Beamten. Sie stellen die Elektronik-Lieferung im Wert von über 21.000 Euro sicher – in letzter Minute. Hätte die betrogene Firma erst später Anzeige erstattet oder hätten die Ermittler in Kempten und der Wetterau nicht sofort reagiert, wäre die Ware weg gewesen. Erfahrungsgemäß lassen die Lieferwege sich aufgrund der Datenlöschfristen im Nachhinein kaum bis nicht mehr ermitteln.

Wer hinter den Betrügereien steht, die Waren also bestellt hat und in Empfang nehmen wollte, dazu bedarf es nun noch weiterer Ermittlungen. Der Schaden für die Firma in Kempten von insgesamt rund 65.000 Euro jedenfalls konnte abgewendet werden.



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