Überlegen Sie gut, wem Sie Geld geben – Bettler und falsche Spendensammler unterwegs | Blaulicht Gießen

Überlegen Sie gut, wem Sie Geld geben – Bettler und falsche Spendensammler unterwegs

Symbolfoto; © Pixabay.de

Friedberg (ots) – Es ist kurz vor Weihnachten, so gut es der Zeitdruck in der Vorweihnachtszeit zulässt sind wir besinnlich und überdenken das vergangene Jahr. Haben wir genug Gutes getan? Vielleicht ist da doch so ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen. Auf jeden Fall aber wollen wir in der Weihnachtszeit andere unterstützen, die es vielleicht nicht so gut getroffen haben wie wir. Das Geld sitzt also recht locker in unserem Geldbeutel. Ein Umstand, den Betrüger gut für sich zu nutzen wissen.

Gestern in der Wetterau

Auf der Kaiserstraße sprach eine Frau am Donnerstagmorgen Passanten an, die gerade ihre Einkäufe in der Einkaufsstraße tätigten. Als forsch und aufdringlich wird die Frau beschrieben, die mit einer dunklen Kladde in der Hand zu einer Spende aufforderte. Mehrere Passanten gaben der Frau vermutlich Geld und bemerkten dabei möglicherweise gar nicht, dass sie betrogen worden sein könnten. Ein Passant meldete sich gegen 10 Uhr bei der Polizei und berichtete über seine Beobachtungen. Gemeinsam mit einem Mann fuhr die Frau mit südosteuropäischem Aussehen schließlich davon.

Es könnte sich um die gleiche Frau gehandelt haben, die kurz darauf, gegen 10.30 Uhr, auf dem Parkplatz eines Schuhgeschäftes in Reichelsheim auffiel. Aggressiv bettelte sie Kunden an und suchte erst das Weite, als sie vom Personal des Schuhgeschäftes aufgefordert wurde zu gehen. Auch hier fuhr die Frau mit einem Mann davon.

In der Mittagszeit, gegen 12.40 Uhr, hielt eine Frau mit osteuropäisch beschriebenem Aussehen einer Kundin auf dem Parkplatz des Aldi-Marktes in Gedern einen Spendenzettel unter die Nase. Sie gab vor für eine Behindertenhilfe zu sammeln. Bereitwillig gab die Kundin der Frau 20 Euro. Erst später kamen ihr Zweifel an der Richtigkeit der Sammlung. Womöglich wurde sie Opfer eines Betruges.

Falsche Sammler

Ein tolles Logo einer vermeintlichen Hilfsorganisation prangt auf dem Formular, welches Ihnen vor die Nase gehalten wird. Einige Unterschriften sind schon darauf und dahinter vertretbare Summen der vermeintlichen Geldspende notiert. Sie überlegen kurz, zücken den Geldbeutel und geben dem Sammler vor Ihnen ein paar Euro für den mehr- oder weniger gut vorgetragenen Zweck der Sammlung. Sie gehen weiter, die Zeit ist schließlich knapp. Erst später bemerken Sie, dass da etwas faul gewesen sein könnte. War der Sammler überhaupt von der angegebenen Organisation – gibt es diese überhaupt? Zu spät nachgedacht, dass Geld ist pfutsch.

Der Kladden-Trick

Mit einer Kladde / einem Klemmbrett fuchtelt ein Fremder Ihnen vor der Nase herum, drängt hartnäckig auf eine Spende – vielleicht für Blinde oder Taubstumme. Sie wollen den nervigen Typen einfach nur loswerden, zücken Ihre Geldbörse, geben zwei Euro und gehen weiter. Großer Fehler. Umso aufdringlicher, umso verdächtiger ist der Sammler, umso eher handelt es sich um einen Betrüger. Sie nutzten die Nähe, die sie bei der Sammlung erhalten und stecken nicht nur das gespendete Geld illegaler Weise ein, sondern beklauen Sie dabei auch noch. Indem sie den Geldbeutel mit der Kladde verdecken verschwinden Geldscheine aus dem Portemonnaie oder aus der Jacke fehlt plötzlich das Handy. Die Diebe treten oft in Kleingruppen auf – einer lenkt ab, der andere klaut.

Bettler

In der Fußgängerzone oder vor dem Einkaufsmarkt, vielleicht sogar direkt an Ihrer Haustür werden Sie um eine Spende für die hungerleidenden Kinder zu Hause oder für die dringend notwendige OP eines Angehörigen gebeten. Vielleicht kann der Bettler sich noch nicht einmal mit Ihnen verständigen, hält Ihnen nur einen Zettel vor. Ihr Mitleid ist geweckt – Sie geben ein paar Euros. Was Sie nicht wissen, das Geld kommt vielleicht gar nicht dem ach so arm wirkende Bettler vor Ihnen zu Gute und schon gar nicht für den vorgetragenen Zweck, sondern wird von einem anderen eingesackt. Oft genug handelt es sich um ganze Banden von Bettlern, die durch die Orte ziehen. Das Geld fließt an Hintermänner, die durch diese Masche Ihren Lebensunterhalt finanzieren. Dabei sind Sie sich nicht zu schade Frauen und Kinder für sie zum Betteln in die Kälte zu schicken.

Spenden Sie gerne – aber gezielt!

Nein, wir möchten Ihnen ganz sicher nicht davon abraten etwas für den guten Zweck zu spenden und Notleidende zu unterstützen. Im Gegenteil. Wir möchten, dass Sie Ihr hart erarbeitetes Geld nicht Betrügern und Dieben überlassen. Es soll den Menschen zu Gute kommen, die Sie auch wirklich unterstützen möchten.

Daher unsere Tipps für Sie:

  • Versuchen Sie immer Abstand zu Menschen zu halten, die auf Sie zukommen und Betteln oder Sammeln wollen. Holen Sie nicht Ihren Geldbeutel heraus und geben Sie aus diesem Geld. Achten Sie genau darauf, wo sich Ihre Wertsachen befinden und dass sie auch nach dem Ansprechen noch dort sind.

  • Möchten Sie den ein- oder anderen Menschen, der auf der Straße lebt mit Geld unterstützen, dann haben Sie die gewünschte Summe am besten griffbereit in der Jacken- oder Hosentasche, so dass Sie es nicht erst aus ihrer Tasche oder ihrem Geldbeutel heraussuchen müssen. Das könnte nämlich auch andere potentielle Diebe auf Sie aufmerksam machen.

  • Sollten Sie bedrängt werden, dann gilt es laut auf sich aufmerksam zu machen. Bitten Sie Passanten um Hilfe, geben Sie an die Polizei zu verständigen, reden Sie vor allem laut und trauen Sie sich im Zweifelsfall auch zu schreien. Die Betrüger und Diebe können eines nämlich gar nicht gebrauchen: Aufmerksamkeit zu vieler Passanten oder sogar der Polizei.

  • Wenn Sie für einen guten Zweck spenden möchten, dann tun Sie das nicht zwischen Tür und Angel. Informieren Sie sich im Internet, welche Hilfsorganisationen es gibt und wen diese unterstützen. Entrichten Sie ihre Spende per Überweisung, so können Sie sicher sein, dass sie auch ankommt.

  • Sie wollen spenden, wissen aber noch nicht an wen? Auf der Seite „Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen“ haben Sie beispielsweise die Möglichkeit Spendenorganisationen gezielt nach ihren Arbeitsbereichen und den Ländern in denen sie tätig werden auszuwählen. http://www.dzi.de/spenderberatung/

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