Passanten stören Festnahme in Wetzlar / Polizisten zeigen sich irritiert über Reaktionen

Veröffentlicht am 17.Aug.2018 um 15:10 Uhr | Zuletzt geändert am: 18.Aug.2018 um 11:50 Uhr

Symbolbild; Quelle: Bundespolizei



Wetzlar: Wetzlarer Polizisten nahmen am 10.08.2018 einen 35-Jährigen in der Fußgängerzone fest. Hierbei leistete der Algerier erheblichen Widerstand. Passanten äußerten ihr Unverständnis und erschwerten den Polizeieinsatz. Ein Hinweis zum Aufenthaltsort des seit längerem gesuchten Mannes löste den Einsatz in der Fußgängerzone aus.

Der 35-Jährige reiste 2015 in die Bundesrepublik ein. Sein Antrag auf politisches Asyl durchlief die verwaltungsrechtlichen Instanzen und wurde letztlich abgelehnt. Seine Aufenthaltsgestattung erlosch, mehreren Aufforderungen in sein Heimatland auszureisen kam er nicht nach, so dass er abgeschoben werden sollte. Mehrfach scheiterten Versuche ihn abzuschieben, weil er untergetaucht war. Während seines Aufenthaltes in der Bundesrepublik geriet der junge Mann mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt und ist bei der Polizei als sogenannter „besonders auf- und straffälliger Ausländer“ eingestuft.

Aufgrund des Hinweises traf eine Streife der Wetzlarer Polizei den Algerier im Einkaufszentrums „Coloraden“ an. Die Polizisten eröffneten ihm den Grund der Kontrolle, worauf er sofort flüchtete. Er rannte aus dem Zentrum, die Ordnungshüter holten ihn ein und drückten ihn zu Boden. Laut schreiend wehrte sich der 35-Jährige gegen das Anlegen der Handschellen. Passanten wurden auf die Festnahme aufmerksam. Ihm gelang es unter anderem mehrmals, einen Arm zu befreien und sich so gegen den Beamten zu sperren.

Schnell versammelten sich Passanten um das Geschehen herum, die Menge wuchs zügig auf bis zu 50 Personen an. Aus der Gruppe wurde die Rechtmäßigkeit der Festnahme in Frage gestellt: „Polizeigewalt“, „nur weil er ein Ausländer ist“, „lasst den armen Mann gehen“, „wartet ab, dafür bekommt ihr Ärger von eurem Chef“, „jetzt seid ihr im Internet“, „guckt euch doch mal bei Snapchat an“ oder „habt ihr nichts Besseres zu tun“. Dies sind nur einige der Äußerungen, die aus der Menschengruppe heraus in Richtung der Polizeibeamten skandiert wurden. Ein junger Mann filmte die Szene offensichtlich mit seinem Handy. Die Menschen rückten dabei immer dichter an das Geschehen heran. Währenddessen versuchten die Kollegen weiter, den 35-Jährigen zu überwältigen und ihm die Handschellen anzulegen. Um auf ein mögliches Eingreifen aus der Menschenmenge heraus reagieren zu können, mussten die Polizisten während des massiven Widerstandes des Festzunehmenden auch die Passanten im Auge behalten. Das alles erschwerte das Überwältigen und die Festnahme des Algeriers enorm.

Letztlich legten sie ihm die Handschellen an und brachten ihn im Polizeigewahrsam unter. Die Beschimpfungen und Kommentierungen der Passanten gingen unterdessen unaufhörlich weiter. Nach Einschätzung der Kollegen setzte sich die Gruppe aus einem Querschnitt der Bevölkerung zusammen.

Am nächsten Morgen ordnete ein Richter des Amtsgerichts Wetzlar Abschiebehaft gegen den 35-Jährigen an.

Einsätze der Polizei stehen heute meist mehr im Fokus der Öffentlichkeit, als noch vor einigen Jahren. Gerade wenn die Ordnungshüter Recht und Gesetz mit Körpergewalt durchsetzen müssen, wird dies schnell von Passanten beäugt und die Gründe dafür auch kritisch hinterfragt. Die Kolleginnen und Kollegen wissen das durchaus, sie stellen sich jeder Kritik und müssen auch mit Konsequenzen möglichen Fehlverhaltens rechnen.

Nach der Festnahme des gesuchten Mannes in der Fußgängerzone fragen sich die eingesetzten Beamten dennoch: Wie steht es denn um das Vertrauen der Wetzlarer Bevölkerung in ihre Polizei?

Dieser Artikel beruht auf einer Medieninformation; POLIZEIPRÄSIDIUM MITTELHESSEN – PRESSESTELLE LAHN – DILL

Bildquelle:

  • Festnahme: Bundespolizei (newsaktuell)






Kommentare (14)

  1. Liebe Polizei, ich bewundere Sie für Ihren Job. Hier sind es entrüstete Bürger, wenn denen aber jemand was tut, sind sie die Ersten die nach der Polizei schreien.
    Sie haben meinen vollen Respekt

  2. Schlimm.
    Irgendwann wird niemand mehr Polizist werden wollen (siehe Lehrer).

  3. In D. ist ALLES Fake, besonders wird in solchen Berichten manipuliert. Aber wenn es sich so zugetragen hat, dann ist die Fake-V.rbr.cherpresse schuld. Die gehirnwäscht die Leute dermaßen, dass sie meinen ihr Gutmenschentum raushängen lassen zu müssen! Wider alle Fakten werden Kriminelle geleugnet und somit VERGIFTEN Polizeistatistiker, Politiker und Medienleute BEWUSST die ganze Republik! Oh GOTT, hilf uns und bestrafe sie angemessen! Viele huldigen wahrscheinlich auch der anderen Seite, meist heimlich!

  4. Sind die Leute in Wetzlar eigentlich dumm oder nur völlig weltfremd?

  5. Kaum zu fassen, was diese „Passanten“ die wohl dem Linken Spektrum zuzuordnen sind sich herausnehmen!? Wenn denen von dem Festgenommenen was angetan worden wäre, Diebstahl oder eine Verletzung etc. wären sie natürlich froh, wenn die Polizei den Täter festnimmt … Leute lasst die Polizei ihre Arbeit machen! Ihr wollt ja auch nicht, wenn jemand Außenstehendes sich in eure Arbeit einmischt und ungerechtfertigt eure Arbeitsweise kritisiert und auch noch behindert!!!

    • Bestimmt waren da auch linke und Gutmenschen mit bei, aber die Mehrzahl der drumherumstehenden Pöbler dürften sicher Migranten gewesen sein.

  6. Liebe Polizisten, mein Respekt und Hochachtung. Ihr seid nicht zu beneiden. Schwere Arbeitsverhältnise und schlechte Bezahlung . Wir können uns glücklich schätzen daß es euch gibt .

  7. Auch von mir Respekt für die Arbeit unserer Polizei. Dass Richter aus Gründen der Verhältnismäßigkeit, der Überbelastung und ganz sicher auch aus ökonomischen Gründen – denn ein Haftplatz ist teuer – bereits gefasste Gesetzesbrecher immer wieder auf freien Fuss setzen, das wird auch weiterhin nicht zu verhindern sein. Von daher ist es eine Sisiphosarbeit welche die Polizei hier zu verrichten hat. Wenn diese Arbeit wenigstens anständig bezahlt würde. So aber ist es doppelt frustrierend, wenn Außenstehende sich bei einem Einsatz im vornehmlich (langzeit)studentisch, links außen geprägten Milieu dieser Gegend entsprechend aufführen. Wie heißt es doch: „Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.“ Wenn sich Krethi und Plethi auf der Straße verbrüdern und es menschelt, dann schläft man ja auch besser. Die Polizei ist dann situationsbedingt das Böse für die Guden. Oder wie Volker Pispers mal sagte: „Das kennen Sie noch aus den Zeiten des Feminismus: Wenn man weiß wer der Böse ist, hat der Tag Struktur“.

  8. Die 68er haben ihr Werk fast vollendet.Aber wenn sie an der Macht sind kommt der totale Überwachungsstaat.

    • Peter Vöhringer 24. August 2018 @ 12:54

      Und das dumme Wahlvolk, tut alles, zu mindestens sieht es in den Umfragen so aus,wenn sie nicht getürkt sind, dass diese mitregieren können.

  9. Erfreulich, dass es der Polizei trotzdem gelungen ist, für Recht & Ordnung zu Sorgen! Wir dürfen uns nicht vor dem Mob beugen.

    • Wehner joachim 22. August 2018 @ 22:24

      Es wird immer schlimmer. Die haben null Respekt. Wurde von 15 Jugendlichen Migranten angegriffen. Gehe nicht mehr unbewaffnet aus dem Haus. Zum Glück hatte keiner Messer. Polizei kam. Waren alle weg. Mehr als um sich schlagen kann man nicht. Ausser Stein am Kopf alles o. K. Wie die reden. Abschaum Was wollen die hier wenn wir scheiß Deutsche sind? Wir eh vertuscht. Bist tot. Linke Demonstration fuer diesen Abschaum

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