Enkeltrickmasche scheitert – Anrufer geben sich als Angehörige aus

Veröffentlicht am 25.Jan.2017 um 18:13 Uhr | Zuletzt geändert am: 25.Jan.2017 um 21:43 Uhr



Die Betrüger gehen immer nach der gleichen Masche vor: Ihre Opfer suchen sie sich aus elektronischen Ausgaben der Telefonbücher heraus und orientieren sie sich hierbei an Vornamen, die eher Senioren tragen, zum Beispiel Hannelore, Elfriede oder Hilde. Am Telefon geben sie sich als Verwandter aus und wollen hohe Geldsummen ergaunern. Die Täter gehen hierbei sehr geschickt vor. Meist so geschickt, dass man ihnen ihre Geschichte fast abkaufen könnte. Das ist das Tückische an dieser Tatbegehung. Da sich die Täter ausschließlich an betagte Opfer wenden, profitieren sie von der Gutgläubigkeit, der Hilfsbereitschaf und dem teilweise schon schwindenden Hörvermögen der Opfer. Zudem nutzen die akzentfrei Deutsch sprechenden Täter, sowohl männliche, als auch weibliche Anrufer, den vielfach vorhandenen Wunsch nach mehr Kontakt mit den eigenen Familienangehörigen aus. Sie verwickeln die älteren Damen oder älteren Herren in ein Gespräch, bei dem sie nicht ihren Namen nennen, sondern die Angerufenen geschickt dazu bringen, einen Namen zu nennen. Dies geschieht mit der Formulierung wie etwa: „weißt Du denn nicht, wer hier ist?“

Haben sie sich das Vertrauen erschlichen, täuschen sie eine finanzielle Notlage vor und bringen ihre Opfer noch am selben Tag dazu, Bargeld von der Bank abzuheben und dieses dann einem „vertrauenswürdigen“ Abholer zu übergeben. Auf diese Weise erbeuten die Täter nicht selten Summen im fünfstelligen Euro-Bereich.

Keinen Erfolg hatten Betrüger in drei der Polizei bekannt gewordenen Fällen im Landkreis Gießen:

In Lollar meldete sich gestern Morgen 24.01.2017 ein Mann bei einer 74-Jährigen und gab sich als alter Schulkamerad aus. Er bat um einen fünfstelligen Betrag, um eine finanzielle Notlage zu überbrücken. Nachdem das Opfer den Trick erkannte, brach der Anrufer das Gespräch ab. Später meldete sich ein vermeintlicher Kriminalbeamter und wollte wissen, ob sie bereits die Polizei verständigt habe und forderte „zum Schutz“ vor einen möglichen Betrug ihre Kontodaten. Auch hier erkannte das Opfer den Betrug und beendete das Gespräch.

Durch geschickte Gesprächsführung versuchte ein unbekannter Anrufer am Nachmittag ein Opfer in Gießen-Allendorf davon zu überzeugen, er sei der eigene Sohn. Auch hier erkannte die Frau sofort die Masche und legte auf.

Vom eigenen „Neffen“ erhielt eine 81-Jährige in Fernwald-Annerod gestern Mittag (24.01.2017) einen Anruf. Auch dieser Anrufer täuschte eine Notlage vor und wollte von seinem Opfer mit einem Betrag von 17.500 Euro unterstützt werden. Auch dieser Betrug lief ins Leere, weil das Opfer sich nicht auf die Geschichte einließ und das Telefonat beendet.

Offensichtlich haben die Betrüger derzeit wieder ältere Menschen im Bereich Gießen ins Visier genommen. Um nicht Opfer dieser Masche zu werden, gibt die Polizei folgende Tipps:

  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Geben Sie keine Details zu ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.






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