Mord an Neunjährigem: Polizei verhaftet Verdächtigen

Veröffentlicht am 10.Mrz.2017 um 4:16 Uhr | Zuletzt geändert am: 10.Mrz.2017 um 4:16 Uhr



Im Zusammenhang mit dem Mord an einem neunjährigen Jungen in Herne hat es am Donnerstagabend eine Festnahme in Herne gegeben. Es gab eine weitere Leiche.

Die Polizei hat den mutmaßlichen Kindermörder Marcel H. am Donnerstagabend in Herne gefasst und ist dabei auf einen weiteren Toten gestoßen. „Der Festgenommene hat sich bei der Polizei gemeldet und Hinweise auf einen Brand in Herne gegeben. Am Brandort wurde eine Leiche gefunden“, meldete die Polizei. Der neun Jahre alte Jaden war am Montagabend in Herne erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. gefunden worden. Nach Angaben der Polizei verbreitete der 19-Jährige Fotos im Internet, die ihn blutverschmiert neben dem toten Kind zeigen. Seither gab es eine Großfahndung nach dem 19-Jährigen. Der Festgenommene werde nun vernommen, teilte die Polizei mit.

Ein Polizeisprecher erklärte, ein Mann habe Abend einen Imbiss in Herne betreten. „In dem Imbiss hat die Person gesagt: „Ich bin der Gesuchte. Bitte rufen Sie die Polizei“, sagte ein Polizeisprecher. „Diese Person hat sich dann auch festnehmen lassen. Vom äußeren Erscheinungsbild kann es der Gesuchte sein. Wir sind uns da aber noch nicht hundertprozentig sicher.“ Die Untersuchungen hinsichtlich seiner Identität liefen zunächst noch. Aus Polizeikreisen verlautete, die Ermittler gingen davon aus, den Gesuchten zu haben. „Parallel dazu hat es hier in einer Nebenstraße einen Brand in einem Wohnhaus gegeben. In der Wohnung ist eine Leiche gefunden worden.“

Gegen 23.15 Uhr meldete die Polizei dann die Bestätigung:

Die festgenommene Person wurde zweifelsfrei als Marcel H. identifiziert.

In der betreffenden Wohnung ist eine männliche Leiche gefunden worden. Die vorherige Meldung mit zwei aufgefundenen Leichen ist nicht korrekt.

Polizei fahndete mit Großaufgebot

Der Anwalt der Familie des getöteten Jaden sagte der „Bild“-Zeitung: „Die Familie ist unendlich erleichtert und glücklich, dass der mutmaßliche Mörder des kleinen Jaden lebend gefasst werden konnte und seiner gerechten Bestrafung zugeführt werden kann.“

Die Polizei hatte bei der Suche nach dem mutmaßlichen Mörder des neunjährigen Jaden zuvor mehr als 1400 Hinweise erhalten. Am Donnerstag hatten Polizisten Handzettel und Fahndungsplakate in der 160 000-Einwohner-Stadt im Ruhrgebiet verteilt.

Immer wieder gab es aber auch Fehlalarme. Mit Großaufgeboten rückten die Einsatzkräfte etwa in Herne, Mönchengladbach und in Wilnsdorf bei Siegen aus, nachdem Zeugen den mutmaßlichen Kindermörder dort gesehen haben wollten. Bestätigt hat sich der Verdacht in keinem der Fälle Der neun Jahre alte Jaden war am Montagabend in Herne erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. gefunden worden. H. soll den Jungen unter einem Vorwand in sein Haus direkt nebenan gelockt haben.

Die Ermittler werteten neben Bildmaterial und Texten aus dem Internet eine digitale Audiobotschaft mit Schilderungen zu der Tat aus. „Wir nehmen an, dass sie vom Täter stammt“, sagte ein Polizeisprecher. Dieser beschreibe in der Aufnahme seine Eindrücke nach dem Mord an Jaden. Auffallend sei die Gefühlskälte. Die Polizei machte keine Angaben, wie sie auf die Audiobotschaft stieß. Marcel H. wurde von der Polizei während seiner Flucht als sehr gefährlich eingestuft.






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