52-jährige aus Staufenberg fiel auf sogenannte „Microsoft-Betrüger“ herein – 3000 Euro weg

Veröffentlicht am 02.Sep.2019 um 17:23 Uhr | Zuletzt geändert am: 02.Sep.2019 um 17:24 Uhr

Symbolfoto; © Pixabay.de



Staufenberg: Um etwa 3.000 Euro wurde eine 52 – Jährige aus Staufenberg „erleichtert“. Offenbar fiel sie auf sogenannte „Microsoft-Betrüger“ herein. Die Täter hatten sie am letzten Donnerstag angerufen und behauptet, dass sie von der Firma Microsoft seien. Nachdem sich die Täter Vertrauen verschafft hatten, gestattete die Staufenbergerin den angeblichen Microsoft-Mitarbeitern Zugriff auf ihren PC über eine sogenannte Fernwartungssoftware. Dabei zeigte die Anruferin angebliche Fehler auf dem Computer auf und bot Hilfe an. Die Geschädigte ließ sich dann überreden, einen sogenannten Vollschutz zu kaufen. Man einigte sich dann, diesen Schutz mittels Online-Banking zu bezahlen. Offenbar gelang es den Betrügern, dann über die Fernwartungssoftware mehrere Überweisungen zu tätigen. Die 52 – Jährige musste dann mit zu sehen, wie mehrere Abbuchungen durchgeführt wurden. Als ihr dann Zweifel kamen, verständigte die Staufenbergerin dann die Polizei und nahm ihren PC dann auf Anraten vom Netz. Insgesamt gelang es den Täter 18 Überweisungen durchzuführen. Zuletzt kam es im Landkreis Gießen zu ähnlichen jedoch erfolglosen Anrufen.

Die Masche dabei ist jedoch immer die gleiche: Die angeblichen – häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden – Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können.

Das Problem: Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und können sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking ausspähen. Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern Sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen. Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. Sie fragen u.a. nach den Kreditkartendaten, oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten. Unter dem Vorwand die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie u.a. Zugriff auf weitere Zahlungsarten und fordern eine nochmalige Zahlung. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes (z.B. iTunes) für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

So schützen Sie sich:

  • Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf. Sollte sich ein Servicemitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus.
  • Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

Wenn Sie Opfer wurden:

  • Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet und fahren Sie ihn runter. Ändern Sie über einen nicht infizierten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter.
  • Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und das Fernwartungsprogramm auf Ihrem Rechner löschen.
  • Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Sie können den Betrugsversuch zusätzlich bei Microsoft melden: https://www.microsoft.com/de-DE/reportascam/

Bildquelle:

  • Laptop – Passwortdiebstahl: Pixabay






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