Schlag gegen organisierte Formen der Schwarzarbeit Fünf Festnahmen im Rhein-Main-Gebiet

Veröffentlicht am 03.Dez.2019 um 11:30 Uhr | Zuletzt geändert am: 03.Dez.2019 um 11:30 Uhr

Bild: Blaulicht Gießen



Gießen/Wiesbaden/Frankfurt am Main

Ermittlern der Sonderkommission „Rhein-Main“ des Hauptzollamtes Gießen ist, unter Führung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, ein erneuter Schlag gegen das organisierte Verbrechen auf dem Bau gelungen.

Die am Standort Wiesbaden eingerichtete Ermittlungsgruppe „SIMPLON“ des Zolls und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben heute in einer großangelegten Festnahme- und Durchsuchungsaktion mit ca. 400 Einsatzkräften von Zoll, Landes.- und Bundespolizei fünf Personen festgenommen, sowie 33 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Die Maßnahmen richteten sich insbesondere gegen die Verantwortlichen einer Baufirma, welche sich auf Gleisbauarbeiten spezialisiert hat. Durch ein Geflecht von Servicefirmen und Scheinrechnungen versuchten die Täter die tatsächlichen Auftrags- und Arbeitgeberverhältnisse zu verschleiern. Mithilfe von Scheinrechnungen wurden Gelder generiert, mit denen dann Schwarz-lohnzahlungen an Arbeitnehmer vorgenommen wurden, ohne die daraus eigentlich geschuldeten Steuern, Sozialversicherungs- und Sozialkassenbeiträge abzuführen. Es ist nach den bisherigen Ermittlungen davon auszugehen, dass dem Fiskus und den Sozialkassen hierdurch ein Schaden in Höhe von mehr als 8,7 Millionen Euro entstanden ist.

Die Ermittlungen richteten sich zudem gegen die Betreiber des genutzten Servicefirmengeflechts, welche dem Bereich der organisierten Kriminalität zuzuordnen sind. Diesen Beschuldigten wird zur Last gelegt, Unternehmen gegründet zu haben, um mit diesen Abdeckrechnungen zu schreiben, sowie fingierte Subunternehmer- und Arbeitsverträge zur Verfügung zu stellen und überwiesenes Geld in bar an die Einzahler zurückzuleiten. Somit dürfte Bargeld in Höhe von mindestens 19 Millionen Euro generiert worden sein. Zur Verschleierung des eigenen Tatbeitrages wurden jeweils Strohmanngeschäftsführer, insbesondere aus Osteuropa, eingesetzt. Gegen die Hauptbeschuldigten in diesem Komplex wurden nach umfangreichen Ermittlungen Haftbefehle sowie Vermögensarreste erlassen.

Der Schwerpunkt der Aktion lag in Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet.

Die Ermittler stellten am heutigen Tage umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für Digitale Forensik ausge-wertet werden.

Bei dem Einsatz wurden auch Bargeldspürhunde des Zolls eingesetzt, die in mehreren Durch-suchungsobjekten nach verstecktem Geld suchten. Zollhund Wanja erschnüffelte 90.000 Euro Bargeld, die in einer kleinen Tasche unter der Matratze versteckt waren.

Die Maßnahmen dauern noch an.

Hinweis: Der Name der Ermittlungsgruppe „Simplon“ hat seinen Ursprung in dem Namen des „Simplon-Orient Express“. Der Simplon-Orient-Express war ein internationaler Fernzug, der auf der Strecke Paris-Venedig-Istanbul von 1920 bis 1962 täglich verkehrte. Die Mehrzahl der Beschuldigten in die-sem Verfahren hat ihre Heimat in Ländern, die dieser Zug auf Fahrt von Paris nach Istanbul durchquert hat.

Bildquelle:

  • Zoll: Blaulicht Gießen / Privat






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