Zoll Gießen entdeckt in Osthessen eine viertel Tonne Marihuana



Gießen/Fulda (ots) – Ein besonders dicker Fisch ging Zöllnern des Hauptzollamtes Gießen dieser Tage bei Fulda ins Netz.

Bei großangelegten Zollkontrollen auf dem Rastplatz Rotkopf an der A7 setzten die Kontrolleinheiten des Hauptzollamtes aus Gießen und Kassel modernste Röntgentechnik ein. Zur Unterstützung der Kontrollen hatten sie eine beim Hauptzollamt in Köln stationierte, mobile Röntgenanlage angefordert. Damit wurden größtenteils von der Autobahn selektierte Laster durchleuchtet, um nach Schmuggelgut zu suchen.

„Diese Geräte ermöglichen uns, im großen Umfang Ladungen nach Verdächtigem zu untersuchen, ohne das aufwändig entladen werden muss. Das ist eine wichtige Unterstützung unserer Kontrolleinheiten im Kampf gegen den Schmuggel“, so der Pressesprecher des Hauptzollamtes, Michael Bender.







Bilder: Hauptzollamt Gießen

Bei der Durchleuchtung eines Kleinlasters mit italienischer Zulassung entlarvten die die Röntgen-Spezialisten aus Köln einen 50 cm großen Hohlraum, der sich zwischen Laderaum und Fahrerkabine befand und im Röntgenbild Strukturen einer Befüllung zeigte. Im übrigen Laderaum waren lediglich ein Motor und einige ölverschmierte Teile davon erkennbar.

Bei der in Augenscheinnahme der Ladefläche konnten die Zöllner zunächst nichts Auffälliges entdecken, so dass sie zur letztendlichen Bestätigung ihres Verdachtes einen Rauschgiftspürhund einsetzten. Der schlug sofort und übermäßig an und gab damit das Signal für die Beamten, die Innenverkleidung aus Holz aufzuhebeln.

Dabei kam dann auch eine Einfüllöffnung zum Vorschein, die zu dem beim Röntgen festgestellten Hohlraum führte in dem sich große Plastikbeutel gefüllt mit Marihuana befanden. Die Zöllner staunten nicht schlecht, als sie dann beim Ausladen 33 Vakuumbeutel zählten, die insgesamt 250 Kilogramm „Gras“ enthielten.

„Das ist der bislang größte Rauschgiftfund der Kontrolleinheiten des Hauptzollamtes Gießen. Der Fall zeigt auch eindrucksvoll, was auf den Straßen unterwegs ist und wie wichtig die Kontrollen des Zolls sind. Wir leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der Menschen in unserem Land und zur Bekämpfung des inter-nationalen Drogenhandels“, so Michael Bender.

Mit dem Rauschgift wären im Straßenhandel annähernd 2,5 Millionen Euro zu erzielen gewesen.

Der Fahrer des Kleinlasters, ein 27-jähriger Albaner, wurde wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Drogen und der Transporter wurden sichergestellt.

Der Fall reiht sich ein in einige große Drogenfunde des Zolls in jüngster Vergangenheit. So wurden vor etwas mehr als einem Jahr in einem ähnlichen Fall auch unter Einsatz der Röntgentechnik 550 Kilogramm Marihuana auf der A9 entdeckt und im vergangen Jahr ein im Hamburger Hafen ein Sensationsfund von 3,8 Tonnen Kokain gemacht.

Das Zollfahndungsamt Frankfurt hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft Fulda Ermitt-lungen in dem Fall aufgenommen.

Zusatzinformation Seit mehr als 5 Jahren setzt der deutsche Zoll zur Bekämpfung des Schmuggels auf den Straßen und Autobahnen Vollmobile Röntgenanlagen (VMR) zur Unterstützung der Kontrolleinheiten Verkehrswege (KEV) ein. Insgesamt drei Anlagen sind bundesweit im Einsatz. Es handelt sich dabei um große Fahrzeuge, die mittels eines Röntgenarmes ganze Lkw, Container und auch Pkw scannen und Röntgenbilder von der Ladung und vom Fahrzeugaufbau erzeugen. Ein besonderer Vorteil liegt in ihrer Mobilität. Für den gesamten mitteldeutschen Raum ist die beim Hauptzollamt Köln stationierte VMR zuständig. Gelegentlich werden die Maschinen auch zur Unterstützung anderer Behörden ein-gesetzt. Eine Reihe von Aufgriffen gelangen mit Unterstützung der Kölner Anlage. So z.B. 2 Millionen Schmuggel-Zigaretten in einem Kühllaster, 130 Kg Amphetamin oder auch 7 Kg Haschisch in einem Pkw. Die Anlagen sind eine gutes Hilfsmittel für die Kontrolleinheiten des Zolls, wenn es gilt bei größeren Kontrollen möglichst viele Lkw-Ladungen relativ schnell zu überprüfen.






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